Aktuelle Trends bei der Kfz Steuer

Mehrwertsteuer beim Kfz Verkauf?Wer sich ein Auto kauft, ob Neuwagen oder gebraucht, der muss viele Vorschriften und Regelungen beachten und zusätzlich dazu berechnen, welche Kosten insgesamt auf ihn zukommen. In Deutschland regelt die Kfz Steuer nach unterschiedlichen Kriterien die Höhe der Summe, die der Fahrzeugbesitzer dabei zu zahlen hat. In der Kfz Steuer ist keine Mehrwertsteuer enthalten.

 

In der Regel gibt es zwei unterschiedliche Berechnungsweisen für die Steuer:

  • Für Fahrzeuge mit Erstzulassungen bis 30.6.2009
  • Für Fahrzeuge mit Erstzulassungen ab 01.07.2009

 

Abb. 1: Abbildung 1: In Deutschland sind rund 59 Millionen Fahrzeuge zugelassen

Die älteren Fahrzeuge erhalten ihre Werte nach der Emissionsgruppe, der Kraftstoffart und dem Hubraum, während die jüngeren Fahrzeuge den CO2-Ausstoß statt der Emissionsgruppen zu berücksichtigen haben. Bei Lastkraftwagen kommt das zulässige Gesamtgewicht mit in die Berechnung. Die Steuer ist als Leistung der Kosten gedacht, die durch den motorisierten Straßenverkehr entstehen, wie die Abnutzung der öffentlichen Straßen. Zusätzlich dazu kommt die Mehrwertsteuer auf die Mineralölsteuer, die sich in den Preisen von Benzin und Diesel zeigt. (Die Kfz Steuer selbst ist mehrwertsteuerfrei,  enthält aber Versicherungssteuer.)

Sobald ein Kraftfahrzeug für den Straßenverkehr zugelassen ist, beginnt die Steuerpflicht. Je weniger Schadstoffe der Wagen abgibt, desto geringer fällt der Steuersatz nach Kubikzentimeter Hubraum aus, der ein Jahr im Voraus zu bezahlen ist. Dazu kommt die Verbrauchersteuer durch die Mineralölsteuer, die jeder Fahrzeughalter an der Zapfsäule automatisch zahlt. Doch es gibt Möglichkeiten, Kosten einzusparen und Kosten von der Steuer abzusetzen.

 

Schadstoffklassen und Berechnung

Die erste Steuer auf Kraftfahrzeuge gab es bereits im 19. Jahrhundert, doch etabliert hat sie sich erst 1949. Im Grundgesetz ist festgehalten, dass die Einnahmen an die Landeshaushalte gehen, aber seit 2009 nimmt das Bundesfinanzministerium die Kfz Steuer ein, während die Länder weiterhin für Kfz Versicherungen zuständig sind. 1985 gab es eine Reform, welche die Fahrzeuge in drei Schafstoffgruppen aufteilte. Darin liegt der Grundstein für die Berechnung der Steuer, da pro 100 Kubikzentimeter Hubraum mehr Kosten entstehen, je schlechter die Emissionen des Wagens sind. Im Laufe der Jahrzehnte gab es regelmäßig Steuererhöhungen, und eine Unterteilung in sechs unterschiedliche Schadstoffklassen.

  • Euro 1
  • Euro 2
  • Euro 3
  • 3 Liter Auto
  • Euro 4
  • Euro 5

 

Ab 01.09.2014 bei der Typprüfung und ab 01.01.2015 bei Neuzulassungen:

  • Euro 6

Verteilung des PKW Bestandes nach Emissionsklassen

Abb. 2: Verteilung des Personenkraftwagen Bestands zum 01.01.2014 nach Emissionsklassen. Quelle: www.kba.de

 

Für Motorräder und Kleinkrafträder gelten ab 01.01.2016 die Euro 4 und ab 01.01.2020 die Euroklasse 5. Für die Berechnung der Steuer sind nur wenige Informationen notwendig:

  • Datum der Erstzulassung
  • Kraftstoffart
  • C02-Emissionen/Emissionsgruppe
  • Hubraum

Mit diesen Daten können Fahrzeughalter ihren jährlichen Betrag übersichtlich berechnen. Eine unkomplizierte Möglichkeit ist es, dafür einen Kfz Steuer Rechner wie auf ergodirekt.de zu nutzen, der anhand der gelieferten Informationen einen Richtwert abgibt. So ist schnell zu erkennen, wie groß die Unterschiede bei größeren oder niedrigeren CO2-Emissionen sind, die sich auf die Kosten auswirken können.

 

Die aktuellen Berechnungen sehen folgende Preise vor:

Pro  100 ccm Hubraum

  • Benzin:                                                                                       2,00 Euro
  • Diesel:                                                                                        9,50 Euro

Dabei gilt seit 01.01.2014 eine Grammschwelle von 95 Gramm CO2 pro Kilometer. Jedes Gramm, das über der Schwelle liegt, ist zusätzlich mit zwei Euro besteuert.

 

Tipps bei Kauf und Verkauf

Entscheidend bei dem Kauf eines gebrauchten Autos ist der Blick auf die Erstzulassung. So kann ein Auto das bei einer Erstzulassung zwischen 2009 und 2011 in Schadstoffklasse 3 zu finden war, bei einer Erstzulassung 2014 bereits das Doppelte an Kfz Steuern kosten, denn die höhere Besteuerung soll verhindern, dass Autos mit erhöhtem Schadstoffausstoß weiter in den Umlauf kommen. Deshalb sollten Autokäufer vor dem Kauf durchrechnen, ob sich ein anderer Wagen dabei eher lohnen würde. Bei einem Verkauf sollten die Halter darauf achten, der Kfz-Zulassungsstelle rechtzeitig Bescheid zu geben, damit die Steuerpflicht auf den Käufer übergehen kann. Als Privatverkäufer ist keine Mehrwertsteuer auf den Preis zu berechnen, während Unternehmen und Händler sowohl beim Kauf, als auch beim Verkauf die Mehrwertsteuer berechnen, beziehungsweise bezahlen müssen. Selbstständige haben hierbei die Möglichkeit die bereits gezahlte Mehrwertsteuer in der Umsatzsteuervoranmeldung zu verrechnen und so Kosten zu sparen. Weitere Informationen gibt es auf dieser Seite.

 

Steuerbefreiungen

Je schadstoffarmer ein Fahrzeug ist, desto mehr kann der Besitzer dabei einsparen. Neu zugelassene Diesel-PKW zwischen dem 01.01.2011 und 31.12.2013 mit der Euronorm 6 waren in einer Höhe von 150 Euro von der Steuer befreit. Halter von Elektroautos zahlen fünf Jahre keine Autosteuer und bei einer Erstzulassung zwischen dem 18.05.2011 und 31.12.2015 sind 10 Jahre Steuerbefreiung möglich. Diese Null-Emissionsfahrzeuge müssen dabei einen reinen Elektroantrieb besitzen.

 

Das Absetzen von Kosten rund um das Fahrzeug

Für das dienstliche Nutzen von eigenen Fahrzeugen gibt es die Kilometerpauschale, die ab 21 Kilometer Entfernung zur Arbeitsstelle in Kraft tritt und 30 Cent pro Kilometer Vergütung nach sich zieht. Darin enthalten ist ein Teil der Kfz Steuer, doch die restlichen Kosten muss der Arbeitnehmer selbst zahlen. Kosten für Firmenwagen, die über ein Unternehmen angemeldet sind, fallen unter die Betriebsausgaben, so dass Versicherung, Benzin, Kredite, Leasing und Steuern absetzbar sind. Es ist möglich die vollständige Summe erstattet zu bekommen, außer das Unternehmen nutzt eine Reisekostenpauschale.

Für Selbstständige ist hier ein großer Spielraum gegeben, denn die PKW-Kosten gehören oft zu ihren größten Investitionen. Der Wagen ist bei betrieblicher Nutzung von über 50 Prozent als Dienstwagen zu sehen und die private Beteiligung ist mit der Einkommenssteuer abzugelten. Dabei kann der Besitzer entweder ein Prozent des Neupreises des Wagens monatlich anrechnen oder mit einem lückenlosen Fahrtenbuch die tatsächliche Nutzung angeben und entsprechend durchrechnen. Weitere Tipps gibt es unter folgendem Eintrag.

Eine weitere Möglichkeit Kosten abzusetzen, besteht bei einem Unfall, der sich auf dem Weg zu oder von der Arbeitsstelle zugetragen hat und bei welchem der Steuerpflichtige die Kosten selbst getragen hat. Auch bei Unterbrechungen für private Angelegenheiten ist es möglich, einen Teil der Kosten vom Finanzamt erstattet zu bekommen. Dazu sind polizeilicher Unfallbericht, Fotos und eventuelle Gutachterberichte vorzulegen sowie eine Bescheinigung des Arbeitgebers. Zahlt jedoch der Arbeitgeber oder die Versicherung, kann der Steuerpflichtige die Kosten nicht geltend machen. Unter die Unfallkosten fallen die Rechnungen für die Werkstatt, Kosten für einen eventuellen Leihwagen, Abschleppkosten, Krankheitskosten und Kosten für Anwälte und Gerichtsaufwendungen. Bei einer Verschrottung kann der Fahrzeughalter die Wertminderung, die durch den Unfall geschehen ist, angeben, allerdings ist der Restwert älterer Fahrzeuge oft sehr gering.

 

Steuerkonzepte der Zukunft

Die Maut für deutsche Autobahnen und Bundesstraßen ist für 2016 geplant. Dabei sollen Autobesitzer eine Infrastrukturabgabe zahlen, die über die Senkung der Kfz Steuer ausgeglichen sein soll. Die Summe ist nach Schadstoffausstoß und Größe des Motors zu berechnen und von jedem Fahrzeughalter zu bezahlen. Für ausländische Fahrer gilt die Maut für die Autobahnen, nicht jedoch auf den Bundesstraßen, um den Grenzverkehr weiterhin am Leben zu erhalten. Möglich sind auch zeitlich begrenzte Maut-Zahlungen von zehn Tagen oder zwei Monaten. In der Regel soll die Maut wie die Kfz Steuer ein Jahr im Voraus bezahlt sein und bei höchstens 130 Euro liegen. Da es wie bei der Kfz Steuer um Schadstoffklasse und Hubraum geht, ergeben sich folgende Beispielrechnungen:

Preise je 100 Kubikzentimeter Hubraum und Schadstoffklasse:

Preise je 100 Kubikzentimeter Hubraum und Schadstoffklasse:

 

VW Passat 5 (2012)                       Kfz Steuer heute:                                                          242,00 €

Kfz Steuer ab 01.01.2016:                                          137,50 €

+ Infrastrukturabgabe ab 01.01.2016:                     104,50 €

 

 

VW Golf 5 (2003)                           Kfz Steuer heute:                                                          293,36 €

Kfz Steuer ab 01.01.2016:                                          185,28 €

+ Infrastrukturabgabe ab 01.01.2016                      108,08 €

 

Quelle: http://www.bmvi.de

 

Daraus ergibt sich laut dem Bundesverkehrsministerium keine Mehrbelastung für die Bürger. Kritik kommt von Umweltverbänden, die keine großen Mehreinnahmen für den Bund erwarten und den hohen Aufwand damit nicht gerechtfertigt sehen. Für die Zukunft können sich Autobesitzer jedoch sicher sein, dass es weitere Änderungen bezüglich Schadstoffen und Abgaben geben wird. Darüber hinaus wird die Zahl der alternativ angetriebenen Fahrzeuge mit Erdgas oder Elektrizität zunehmen und die Strukturen der Steuern erneut verändern.

Bildquellen:  Abbildung 1: Pixabay.com © stux (CC0 1.0)

 

 

 

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