Hier finden Sie Ihren SteuerberaterDie Arbeiten der Steuerberatung in Deutschland sind im Steuerberatungsgesetz (StBerG) festgehalten. Es handelt sich nach § 33 StBerG nicht um ein Gewerbe, sondern um einen freien Beruf, der nicht der Gewerbesteuerpflicht unterliegt, jedoch Umsatzsteuer zahlen muss. Ein Steuerberater leistet seinen Klienten Hilfe in Steuerangelegenheiten. Dafür erhält er ein Honorar, das sich nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) richtet. In Deutschland gibt es mehr als 90000 Steuerberater, wie die Bundessteuerberaterkammer im Februar 2015 in einer Pressemitteilung verkündete. Auf den folgenden Seiten finden Sie einen passenden Steuerberater an Ihrem Wohnort oder einem beliebigen Ort.

 

Die Aufgaben eines Steuerberaters

Ein Steuerberater ist in folgenden Bereichen tätig:

  • Beratung in Steuersachen
  • Hilfe bei der Erfüllung der steuerlichen Pflichten seiner Klienten
  • Erstellung von Steuererklärungen von Privatpersonen und Unternehmen
  • Vertretung der Mandanten vor Gericht oder gegenüber dem Finanzamt
  • Hilfeleistung in Steuerstrafsachen
  • Hilfe bei Bußgeldbescheiden wegen Steuervergehen
  • Übernahme der Buchführungspflichten seiner Mandanten
  • Aufstellung und Beurteilung von Steuerbilanzen
  • Betriebswirtschaftliche Beratung

Nicht tätig werden darf ein Steuerberater als Ratgeber in anderen Rechtsgebieten als dem Steuerrecht und er darf keine Jahresabschlüsse oder Konzernabschlüsse prüfen. Diese Aufgaben dürfen nur Rechtsanwälte beziehungsweise Wirtschaftsprüfer übernehmen.
Ein Steuerberater kann freiberuflich oder als Angestellter tätig werden. Häufig schließen sich mehrere Steuerberater zu einer Steuerberatungsgesellschaft zusammen. Bei der Bearbeitung der Mandantenaufträge kann ein Steuerberater fachkundiges Personal, wie einen Steuerfachwirt, Steuerfachangestellte oder Steuerbevollmächtigte, hinzuziehen. Die Helfer müssen jedoch gegenüber dem Steuerberater weisungsgebunden sein und sie müssen unter seiner fachlichen Aufsicht tätig werden. Außerdem unterliegt ihre Arbeit der beruflichen Verantwortung des Steuerberaters.
Sämtliche Steuerberater, Steuerberatungsgesellschaften und Steuerbevollmächtigte in Deutschland müssen einer der 21 örtlichen Steuerberatungskammern als zuständiger Berufsvereinigung angehören. Die einzelnen Steuerberatungskammern sind in der Bundessteuerberaterkammer (BEstBK) mit Sitz in Berlin zusammengeschlossen. Die Tätigkeiten der Bundessteuerberaterkammer sind in § 86 StBerG beschrieben. Das Bundesministerium der Finanzen übt die Rechtsaufsicht über die Bundessteuerberaterkammer aus. Von 1958 bis Ende 2011 gab die Beraterkammer eine Fachzeitschrift mit dem Titel „Der Steuerberater“ mit Beiträgen und Gerichtsurteilen zum geltenden Steuerrecht heraus. Im Januar 2012 hat der Verlag Recht und Wirtschaft diese Aufgabe übernommen und veröffentlicht die Zeitschrift für Beruf und Praxis einmal im Monat.

 

Die Ausbildung zum Steuerberater

Es gibt verschiedene Wege, Steuer Berater zu werden. Das Steuerberatergesetz regelt in den §§ 35 bis 38 genau, welche Ausbildung notwendig ist, um die Prüfung zum Steuerberater abzulegen. Dabei haben die Anwärter die Wahl zwischen einem abgeschlossenen Studium, einer kaufmännischen Ausbildung oder einer vorhergehenden Tätigkeit als Professor, Finanzrichter oder Beamter des höheren oder des gehobenen Dienstes im Bereich Steuern.
Wer sich für ein Studium entscheidet, wählt häufig einen der folgenden Studiengänge:

  • Betriebswirtschaft
  • Wirtschaftswissenschaften
  • Wirtschaftsrecht
  • Jura
  • Volkswirtschaftslehre

§36 StBerG verlangt in jedem Fall ein abgeschlossenes Studium in einer rechtswissenschaftlichen oder wirtschaftswissenschaftlichen Fachrichtung sowie anschließende Berufserfahrung.
Immer mehr Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland bieten auch Studiengänge an, die sich gezielt mit dem Steuerrecht beschäftigen. Dabei kombinieren die Hochschulen häufig ein BWL-Studium mit der Steuerlehre, wie der Bachelor-Lehrgang „BWL – Steuern und Wirtschaftsprüfung“ der Hochschule Pforzheim oder der Studiengang „Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Finanzen/Rechnungswesen/Controlling/Steuern“ der Technischen Universität Chemnitz.
Abhängig von der Dauer des Studiums muss ein Anwärter auf die Steuerberaterprüfung mehrere Jahre Berufserfahrung nachweisen:

  • bei einer Regelstudienzeit von mindestens acht Semestern: mindestens zwei Jahre praktische Berufstätigkeit im Bereich Steuern
  • bei einer Regelstudienzeit von weniger als acht Semestern: mindestens drei Jahre praktische Berufstätigkeit im Bereich Steuern

Studenten, die mindestens acht Semester studieren, schließen das Studium in der Regel mit einem juristischen Staatsexamen oder mit dem Master ab.
Wer weniger als vier Jahre die Universität besucht, beendet das Studium meist mit dem Bachelor. Die anschließende Berufstätigkeit muss praktische Arbeiten im Bereich Steuern beinhalten und hauptberuflich ausgeübt werden.

 

Auch ohne Studium ist die spätere Arbeit in der Steuerberatung möglich

Dazu muss der Anwärter eine erfolgreich abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder eine gleichwertige Vorbildung nachweisen und danach mindestens zehn Jahre praktisch gearbeitet haben. Falls die kaufmännische Ausbildung mit einer erfolgreich bestandenen Prüfung zum geprüften Bilanzbuchhalter oder Steuerfachwirt geendet hat, muss die anschließende Berufstätigkeit nur sieben Jahre andauern. Bei der Arbeit muss es sich nicht zwingend um eine Vollzeittätigkeit handeln, sondern der Berufstätige muss nur mindestens 16 Stunden in der Woche gearbeitet haben. Den Nachweis über die kaufmännische Ausbildung und die anschließende berufliche Tätigkeit im Bereich Steuern muss der Prüfling auf einem amtlichen Vordruck erbringen. Der ausgefüllte Vordruck muss dem Antrag auf Prüfungszulassung beigelegt werden.

 

Die Bestellung zum Steuerberater

Vor der Bestellung zum Steuerberater muss die Steuerberaterprüfung erfolgreich abgelegt werden, außer es handelt sich um

  • einen Professor, der an einer Hochschule in Deutschland mindestens zehn Jahre Steuerrecht gelehrt hat
  • einen Finanzrichter mit zehnjähriger Tätigkeit
  • einen Beamten des höheren oder gehobenen Dienstes, der mindestens zehn Jahre in der Finanzverwaltung oder an einem Finanzgericht tätig war
  • einen Angestellte des höheren oder gehobenen Dienstes, der mindestens fünfzehn Jahre in einer Finanzbehörde gearbeitet hat

Diese Personengruppen sind nach § 38 StBerG von der Pflicht zur Ablegung der Prüfung zum Steuerberater befreit und können nach Ablauf der Mindestzeit im Bereich Steuerberatung tätig werden. Dazu müssen sie jedoch bei der zuständigen Steuerberaterkammer einen Antrag auf Befreiung von der Prüfung stellen und nachweisen, dass sie die angeforderten Voraussetzungen erfüllen.
Die Prüfung zum Steuerberater ist sehr anspruchsvoll. Die Prüflinge müssen sich gründlich auf folgende Bereiche vorbereiten, um die schriftlichen und mündlichen Prüfungsfragen richtig zu beantworten:

  • steuerliches Verfahrensrecht
  • Steuerstrafrecht
  • Steuerordnungswidrigkeitenrecht
  • Einkommenssteuer und Ertragssteuer
  • Bewertungsrecht
  • vom Einheitswert abhängige Steuern
  • Verbrauchsteuern
  • Verkehrssteuern
  • Zollrecht
  • Handelsrecht
  • Grundkenntnisse über bürgerliches Recht, Insolvenzrecht, Gesellschaftsrecht und die Rechte der Europäischen Gemeinschaft
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Rechnungswesen
  • Volkswirtschaft
  • Berufsrecht

Nicht alle genannten Bereiche werden in der Prüfung abgefragt. Da die Prüflinge aber nicht wissen, für welche Fragen sich die Prüfungskommission entscheidet, müssen sie sich umfassend vorbereiten.
Die Organisation eines Steuerberaterexamens übernimmt die Steuerberaterkammer des Bezirks, in dem der Anwärter zum Zeitpunkt der Prüfungsanmeldung beruflich tätig ist. Falls ein Bewerber keiner Tätigkeit nachgeht, ist die Beraterkammer seines Wohnsitzes der richtige Ansprechpartner für die Zulassung oder die Befreiung von der Prüfung.

Auch nach dem bestandenen Test darf nicht jeder Prüfling in der Steuerberatung tätig werden. Die zuständige Steuerberaterkammer händigt die Urkunde zum bestellten Steuerberater nur an die Bewerber aus, die in ordentlichen wirtschaftlichen Verhältnissen leben und befähigt sind, ein öffentliches Amt auszuüben. Dazu muss der Anwärter ein einwandfreies Führungszeugnis ohne Verurteilungen vor einem Strafgericht nachweisen. Auch wer zu krank ist, um den Beruf als Steuerberater auszuüben oder wer sich standeswidrig verhalten hat, erhält keine Urkunde. Dasselbe gilt für Anwärter, die durch ihr Verhalten zeigen, dass sie ihren Berufspflichten nicht nachkommen werden oder die eine zweite Tätigkeit ausüben, die mit dem Berufsstand des Steuerberaters nicht zu vereinen ist. Außerdem muss jeder Prüfling nachweisen, dass er eine Berufshaftpflichtversicherung beantragt hat, für die er bereits eine vorläufige Deckungszusage vorlegen kann. Die Bestellung zum Steuerberater erlischt mit dem Tod, wenn ein Verzicht vorliegt oder wenn ein Steuerberater rechtskräftig aus dem Beruf ausgeschlossen wird.

 

Das Steuerberatungsgesetz (StBerG)

Das Steuerberatungsgesetz regelt in seinen 168 Paragrafen sehr genau die Tätigkeiten in der Steuerberatung. So können sich zum Beispiel Klienten, die einen Steuerberater suchen, darauf verlassen, dass sich ihnen nicht eine Steuerberatungsgesellschaft durch aufdringliche Werbung aufdrängt. Das liegt daran, dass in den §§8, 57 und 57a StBerG geregelt ist, dass ein Steuerberater keine berufswidrige Werbung betreiben darf. Stattdessen darf eine Steuerberatungsgesellschaft nur durch sachliche und wahrheitsgemäße Werbung dafür sorgen, dass Interessenten den passenden Steuerberater finden. Es ist nicht gestattet, einen potenziellen Klienten direkt anzusprechen, um ihn als Kunden zu gewinnen, oder einen Mandanten von einem anderen Steuerberater abzuwerben.
Auch die Vergütung für eine Steuerberatung wird durch das Gesetz vorgegeben. Das Honorar richtet sich nach der Steuerberatervergütungsverordnung und darf nicht einen Prozentsatz der Steuerrückvergütung betragen. Ein Erfolgshonorar ist nach §9a StBerG nur in Ausnahmefällen erlaubt.
Sowohl ein Steuerberater als auch seine Mitarbeiter sind zur Verschwiegenheit verpflichtet und müssen alle Informationen, die sie über ihre Klienten erhalten, vertraulich behandeln. Kommt es zu einer Gerichtsverhandlung gegen einen Mandanten, ist der Steuerberater ermächtigt, Akteneinsicht zu nehmen und Beweisstücke zu sichten.